Ein Networking-Event kann Selbstständigen und Freelancern neue Aufträge, Kooperationen und Empfehlungen bringen. Oft bleibt davon aber wenig übrig: ein Stapel Visitenkarten, ein paar nette Gespräche und kaum eine Erinnerung daran, wer was gesagt hat. Der Unterschied liegt meist nicht im Talent für Small Talk, sondern in der Vorbereitung und im Danach.
In diesem Ratgeber bekommst du eine Checkliste für alle drei Phasen eines Networking-Events. Du erfährst, wie du das passende Event auswählst, dich vorbereitest, vor Ort Kontakte knüpfst und sie danach sicherst. Dazu kommen Befunde aus der Forschung und die häufigsten Fehler.
Das Wichtigste in Kürze:
- Ein Networking-Event lohnt sich als Ablauf in drei Phasen: vorher Ziel und Wenn-dann-Pläne festlegen, vor Ort wenige gute Gespräche führen, danach die Kontakte sichern und dich innerhalb weniger Tage melden.
- Wähle Events danach aus, wer kommt und wie viel Zeit für Gespräche bleibt; drei Gespräche mit Substanz bringen mehr als zwanzig ausgetauschte Karten.
- Plane gegen den Sog zu Bekannten: Bei einem Abendempfang wollten 95 Prozent der Gäste neue Leute kennenlernen, trotzdem entfiel rund die Hälfte ihrer Begegnungen auf Bekannte (Ingram und Morris, 2007).
- Speichere jeden Kontakt spätestens am nächsten Tag mit Event, Datum, Thema und nächstem Schritt, und nimm niemanden ungefragt in deinen Newsletter auf.
Inhalt
- Das passende Networking-Event auswählen
- Ziel festlegen: Was soll das Networking-Event bringen?
- Vorbereitung: Teilnehmer, Kurzvorstellung, Kontaktdaten
- Vor Ort: Gespräche führen und Kontakte knüpfen
- Nach dem Networking-Event: Kontakte sichern und melden
- Checkliste für dein nächstes Networking-Event
- Welche Fehler solltest du vermeiden?
- Fazit
Das passende Networking-Event auswählen
Ein Networking-Event ist jede Veranstaltung, bei der das Kennenlernen im Mittelpunkt steht. Das reicht vom Stammtisch über das Unternehmerfrühstück bis zur Fachkonferenz mit festen Networking-Pausen. Auch Abende in Coworking-Spaces und Treffen von Kammern oder Berufsverbänden gehören dazu.
Nicht jedes Networking-Event passt zu deinem Geschäft. Bevor du Zeit und Eintritt investierst, prüf diese vier Fragen:
- Wer kommt? Potenzielle Kunden, mögliche Kooperationspartner oder vor allem Kolleginnen und Kollegen aus deiner Branche? Alle drei können sinnvoll sein, aber für unterschiedliche Ziele.
- Gibt es Zeit für Gespräche? Ein Programm mit Vorträgen bis zum Schluss lässt wenig Raum. Pausen, Tischrunden oder ein offener Teil am Ende sind besser.
- Wie groß ist die Runde? In kleinen Gruppen entstehen leichter längere Gespräche. Große Konferenzen bieten mehr Auswahl, verlangen aber mehr Planung.
- Findet es regelmäßig statt? Bei wiederkehrenden Treffen siehst du dieselben Menschen öfter. Aus einem ersten Gespräch wird so leichter eine Beziehung.
Praxis-Tipp: Frag den Veranstalter vorab, wer typischerweise kommt und wie viel Zeit für Gespräche eingeplant ist. Ein Networking-Event mit den falschen Leuten kostet dich einen Abend, auch wenn es gut organisiert ist.
Ziel festlegen: Was soll das Networking-Event bringen?
Mit einem klaren Ziel gehst du anders in den Raum. „Leute kennenlernen“ ist zu vage, weil dann jedes Gespräch als Erfolg zählt. Besser ist ein Ziel, das du am Ende des Abends überprüfen kannst.
Beispiel: Eine freie Texterin nimmt sich vor, mit drei Inhabern kleiner Agenturen zu sprechen, die Texte auslagern. Ein IT-Berater sucht zwei Kollegen, an die er Anfragen weitergeben kann, wenn er ausgebucht ist.
Typische Ziele für Selbstständige sind:
- neue Kunden oder Auftraggeber kennenlernen
- Marktwissen sammeln: Welche Themen, Preise und Probleme beschäftigen deine Zielgruppe?
- Kooperationspartner finden, mit denen du Projekte teilst
- Menschen treffen, die dich weiterempfehlen können
- sichtbarer werden, etwa mit einem Kurzvortrag
Plane lieber wenige gute Gespräche als viele flüchtige. Drei Gespräche mit Substanz bringen dir mehr als zwanzig ausgetauschte Karten.
Wenn-dann-Pläne: Vorsätze für den Abend
Ein Ziel allein reicht oft nicht. Auf dem Networking-Event selbst gewinnt schnell die Gewohnheit: Du holst dir ein Getränk, stellst dich zu Bekannten und schaust aufs Handy. Hier helfen Wenn-dann-Pläne. Sie legen vorher fest, was du in einer bestimmten Situation tust.
Gollwitzer (1999) fasste in einem Übersichtsartikel Experimente zu solchen Plänen zusammen. In einer Studie sollten die Teilnehmenden bis 48 Stunden nach Heiligabend einen Bericht schreiben. Die Hälfte sollte vorher festlegen, wann und wo sie schreibt. Von ihnen schafften es drei Viertel rechtzeitig, von den übrigen nur ein Drittel.
Den größten Vorteil brachten die Pläne bei Vorhaben, die schwer anzufangen sind. Fremde anzusprechen gehört für viele genau dazu. Zwei Einschränkungen: Networking wurde in diesen Studien nicht untersucht; die Übertragung ist also eine Ableitung für die Praxis. Und Gollwitzer berichtet, dass solche Pläne nicht wirken, wenn das Ziel selbst schwach ist.
So können deine Pläne für das Networking-Event aussehen:
- Wenn ich ankomme, dann spreche ich die erste Person an, die allein steht.
- Wenn ich zehn Minuten bei Bekannten stand, dann gehe ich zu einer neuen Gruppe.
- Wenn jemand fragt, was ich mache, dann antworte ich mit meiner Kurzvorstellung und stelle eine Gegenfrage.
- Wenn ein Gespräch endet, dann notiere ich sofort drei Stichpunkte.
Vorbereitung: Teilnehmer, Kurzvorstellung, Kontaktdaten
Die meiste Arbeit für ein gutes Networking-Event passiert vorher. Drei Dinge solltest du vorbereiten.
Teilnehmer und Programm ansehen
Wenn es eine Teilnehmerliste, eine Speaker-Übersicht oder einen Ausstellerplan gibt, schau sie dir vorher an. Such dir drei bis fünf Menschen aus, die zu deinem Ziel passen. Lies ihre beruflichen Profile und notier dir zu jeder Person einen Anknüpfungspunkt: ein Projekt, einen Vortrag, einen gemeinsamen Kontakt.
So hast du einen natürlichen Einstieg und musst vor Ort nicht improvisieren. Gibt es keine Liste, schau dir die Veranstalter und die Programmpunkte an. Auch daraus ergeben sich gute Gesprächsthemen.
Kurzvorstellung und Einstiegsfragen
Auf die Frage „Und was machst du?“ brauchst du eine Antwort in zwei bis drei Sätzen: was du tust, für wen und mit welchem Ergebnis. Eine Frage am Ende gibt das Gespräch zurück. Wie du so einen Elevator Pitch aufbaust, zeigt unser Ratgeber mit Beispielen für verschiedene Berufe.
Beispiel: „Ich schreibe Websites und Newsletter für Handwerksbetriebe, damit sie online mehr Anfragen bekommen. Gerade arbeite ich viel mit Tischlereien. Und woran arbeitest du im Moment?“
Bereite außerdem zwei oder drei Einstiegsfragen vor, die zum Anlass passen. Fragen zum Programm oder zu einem Vortrag funktionieren fast immer.
Kontaktdaten griffbereit haben
Leg vor dem Networking-Event fest, wie du deine Kontaktdaten weitergibst. Papier-Visitenkarten funktionieren überall. Nimm genug mit und prüf, ob Telefonnummer, Website und Rolle noch stimmen.
Digital geht es per QR-Code, per NFC-Karte oder als Kontaktdatei. Eine VCF-Datei kann dein Gegenüber direkt ins Adressbuch übernehmen. Teste vorher, ob dein QR-Code zuverlässig öffnet, und lade dein Handy auf.
Überleg dir auch, wo die Karten anderer landen. Ein festes Fach in der Tasche verhindert, dass sie zwischen Tickets und Belegen verschwinden.
Praxis-Tipp: Kläre am Vortag die Kleinigkeiten: Anfahrt, Kleidung passend zum Anlass, Einlasszeit. Und plane nach dem Networking-Event eine Viertelstunde für Notizen ein, bevor der nächste Termin kommt.
Vor Ort: Gespräche führen und Kontakte knüpfen
Vor Ort geht es um wenige, gute Gespräche. Diese fünf Schritte helfen dir dabei.
Früh kommen und Bekannte als Brücke nutzen
Komm möglichst in der ersten halben Stunde. Dann haben sich oft noch keine festen Gruppen gebildet, und der Einstieg fällt leichter. Bekannte zu begrüßen ist gut. Bleib aber nicht bei ihnen hängen, sondern bitte sie, dich jemandem vorzustellen.
Wie stark der Sog zu Bekannten ist, zeigt eine Studie von Ingram und Morris (2007). Sie statteten 92 berufstätige Managerinnen und Manager aus einem Executive-MBA-Programm in New York bei einem 80-minütigen Abendempfang mit elektronischen Namensschildern aus. Die Geräte zeichneten auf, wer wem begegnete.
Vorher hatten 95 Prozent der Gäste angegeben, vor allem neue Kontakte knüpfen zu wollen. Im Schnitt kannte ein Gast nur ein Drittel der Anwesenden. Trotzdem entfiel rund die Hälfte seiner etwa 14 Begegnungen auf Menschen, die er schon kannte. Die Autoren raten deshalb: Wer mehr neue Leute treffen will, sollte ohne Freunde hingehen.
Die Daten stammen von einem einzigen Abend. Nach Beobachtung der Autoren erleichterten die Namensschilder sogar den Gesprächseinstieg. Als Hinweis für dein nächstes Networking-Event taugt die Studie trotzdem: Ohne Plan landest du leicht bei Menschen, die du schon kennst.
Gespräche beginnen
Am leichtesten gelingt der Einstieg bei Menschen, die allein stehen, und bei Gruppen, die eine Lücke im Kreis lassen. Frag, ob du dich dazustellen darfst, und nenn deinen Namen. Ein Einstieg aus der Situation reicht: „Was hat dich heute hergeführt?“ oder „Wie fandest du den Vortrag eben?“
Duzen oder Siezen? Richte dich nach dem Ton der Veranstaltung. Small Talk ist dabei nur die Tür. Nach ein paar Minuten darf es konkreter werden: Woran arbeitest du gerade? Wer sind deine Kunden?
Viele zögern, weil sie fürchten, schlecht anzukommen. Boothby und Kollegen (2018) fanden etwas anderes: Nach Gesprächen unterschätzten Menschen systematisch, wie sehr ihr Gegenüber sie mochte und ihre Gesellschaft genoss. Das Team nennt diesen Effekt Liking Gap.
Untersucht wurden Fremde im Labor, Studienanfänger mit ihren Mitbewohnern im Wohnheim und Teilnehmende eines Workshops zur persönlichen Entwicklung. Die Lücke zeigte sich bei kurzen und langen Gesprächen und hielt bei den Mitbewohnern mehrere Monate an. Networking-Events waren nicht dabei, und über Aufträge sagt die Studie nichts. Sie spricht aber dafür, dass du nach einem Gespräch vermutlich strenger mit dir bist als dein Gegenüber.
Zuhören und nachfragen
Auf einem Networking-Event musst du nicht glänzen. Es reicht, gute Fragen zu stellen und bei der Antwort zu bleiben. Huang und Kollegen (2017) werteten Online-Chats zum Kennenlernen aus. Wer mehr Fragen stellte, vor allem Nachfragen zum gerade Gesagten, wurde vom Gegenüber mehr gemocht.
Der Grund: Wer fragte, wirkte aufmerksamer und verständnisvoller. Die Teilnehmenden selbst rechneten nicht damit, dass Fragen sympathischer machen. Geschäftliche Gespräche wurden nicht untersucht.
Hör dabei auf Anknüpfungspunkte: ein Problem, bei dem du helfen kannst, ein Kontakt, den du vermitteln kannst, ein Thema für später. Genau diese Punkte sind danach dein Anlass, dich zu melden.
Gespräche freundlich beenden
Viele bleiben zu lange in einem Gespräch, weil sie nicht unhöflich wirken wollen. Mastroianni und Kollegen (2021) fragten nach 932 Gesprächen, wann die Beteiligten gern aufgehört hätten. Ein Teil betraf Alltagsgespräche, meist mit Vertrauten. Im anderen Teil unterhielten sich jeweils zwei Fremde im Labor, im Schnitt 23 Jahre alt.
Die Gespräche endeten fast nie, wenn beide es wollten. Im Laborteil wollten in knapp der Hälfte der Gespräche beide früher aufhören, als sie es taten. Und die Beteiligten konnten kaum einschätzen, wann ihr Gegenüber aufhören wollte. Networking-Events mit vielen möglichen Gesprächspartnern wurden nicht untersucht.
Für dich heißt das: Warte nicht auf den perfekten Moment. Beende ein Gespräch freundlich und klar, am besten mit einem Ausblick:
- „Ich will dich nicht den ganzen Abend beanspruchen. Darf ich dir meine Karte geben?“
- „Danke für den Tipp mit dem Förderprogramm. Ich schicke dir bis Freitag den Link, von dem ich erzählt habe.“
- „Kennst du schon Murat? Er sucht genau so jemanden wie dich. Komm, ich stelle euch vor.“
Notizen direkt nach dem Gespräch
Spätestens nach ein paar Gesprächen verschwimmen Namen und Details. Notiere deshalb direkt nach jedem Gespräch drei Dinge: wer (Name, Firma, Rolle), worüber (Thema, Bedarf, Gemeinsamkeit) und was als Nächstes passiert. Ergänze den Namen des Networking-Events und das Datum.
Das geht auf der Rückseite der Visitenkarte, in einer Notiz-App oder als kurze Sprachnotiz. Wichtig ist nur, dass es sofort passiert und nicht erst am nächsten Morgen.
Nach dem Networking-Event: Kontakte sichern und melden
Ob aus einem Gespräch ein Kontakt wird, entscheidet sich in den Tagen danach.
Kontakte am selben oder nächsten Tag speichern
Übertrage Visitenkarten und Notizen spätestens am nächsten Tag in dein Adressbuch oder dein CRM. Wie das mit Papierkarten schnell geht, zeigt unser Ratgeber Visitenkarten digitalisieren. Speichere zu jedem Kontakt den Kontext: Networking-Event, Datum, Thema und nächster Schritt.
Ohne diesen Kontext weißt du in drei Monaten nicht mehr, warum du dich melden wolltest. Eine Markierung pro Veranstaltung hilft außerdem, später auszuwerten, welches Networking-Event sich gelohnt hat.
Denk dabei an den Datenschutz: Du speicherst personenbezogene Daten. Was beim Visitenkartentausch gilt, erklärt unser DSGVO-Guide. Nimm neue Kontakte nicht ungefragt in deinen Newsletter auf. Werbung per E-Mail ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung gilt nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG als unzumutbare Belästigung.
Innerhalb weniger Tage melden
Melde dich innerhalb weniger Tage, solange das Gespräch beiden noch präsent ist. Eine kurze, persönliche Nachricht reicht: ein Bezug auf euer Gespräch, das Versprochene und ein möglicher nächster Schritt. Verkaufe in dieser ersten Nachricht nichts.
Beispiel: „Hallo Jana, danke für das Gespräch gestern beim Unternehmerfrühstück. Hier ist der Leitfaden zur Barrierefreiheit, von dem ich erzählt habe. Wenn du magst, trinken wir im Oktober einen Kaffee. Viele Grüße, Tim“
Falls du zögerst, weil sich ein Gespräch holprig angefühlt hat, denk an die Studie von Boothby und Kollegen. Dein Gegenüber hat das Gespräch wahrscheinlich positiver erlebt, als du denkst.
Bilanz ziehen
Nimm dir nach ein bis zwei Wochen fünf Minuten: Hast du dein Ziel erreicht? Welche Gespräche hatten Substanz? Lohnt sich dieses Networking-Event beim nächsten Mal wieder? Ein einzelner Abend ist nur ein Baustein. Wie daraus ein tragfähiges Netz wird, steht im Ratgeber Netzwerk aufbauen als Selbstständiger.
Checkliste für dein nächstes Networking-Event
Die wichtigsten Schritte auf einen Blick. Du kannst die Tabelle als Vorlage nutzen und vor jedem Networking-Event Zeile für Zeile abhaken.
| Wann | Aufgabe | Ergebnis |
|---|---|---|
| 2–4 Wochen vorher | Networking-Event nach Teilnehmerkreis und Format auswählen | Anmeldung steht |
| 1 Woche vorher | Ziel festlegen | ein überprüfbarer Satz |
| 2–3 Tage vorher | Teilnehmer, Programm und Speaker ansehen | 3–5 Wunschkontakte mit Anknüpfungspunkt |
| 2–3 Tage vorher | Kurzvorstellung und Einstiegsfragen üben | 2–3 Sätze, frei gesprochen |
| Am Vortag | Wenn-dann-Pläne aufschreiben | 2–4 konkrete Vorsätze |
| Am Vortag | Kontaktdaten prüfen | genug Karten, QR-Code getestet, Akku voll |
| Vor Ort | früh kommen, Bekannte als Brücke nutzen | erste Gespräche vor dem großen Andrang |
| Vor Ort | fragen, zuhören, freundlich beenden | Gespräche mit klarem nächsten Schritt |
| Nach jedem Gespräch | Notiz: wer, worüber, was als Nächstes | eine Notiz pro Kontakt |
| Am selben oder nächsten Tag | Kontakte mit Event und Datum speichern | alle Kontakte im Adressbuch oder CRM |
| Innerhalb weniger Tage | kurz melden, Versprochenes schicken | eine persönliche Nachricht pro Kontakt |
| Nach 1–2 Wochen | Bilanz ziehen | Entscheidung: wieder hingehen oder nicht |
Welche Fehler solltest du vermeiden?
Fehler 1: Ohne Ziel hingehen
Ohne Ziel zählt jedes Gespräch als Erfolg, und am Ende weißt du nicht, ob sich der Abend gelohnt hat. Leg vorher fest, wen du treffen willst und woran du den Erfolg misst.
Fehler 2: Den Abend mit Bekannten verbringen
Bekannte geben auf einem Networking-Event Sicherheit. Neue Kontakte entstehen so aber kaum. Nutze sie als Brücke: kurz begrüßen, um eine Vorstellung bitten, weitergehen.
Fehler 3: Sofort verkaufen
Wer auf einem Networking-Event im ersten Satz sein Angebot erklärt, wirkt schnell aufdringlich. Frag zuerst nach deinem Gegenüber. Wenn es passt, ergibt sich das Thema Zusammenarbeit von selbst oder im zweiten Gespräch.
Fehler 4: Karten sammeln statt Gespräche führen
Ein dicker Stapel Visitenkarten nach dem Networking-Event sieht produktiv aus, bringt aber wenig. Wichtiger sind wenige Gespräche, aus denen ein nächster Schritt folgt.
Fehler 5: Keine Notizen machen
Wer sich auf sein Gedächtnis verlässt, schreibt später allgemeine Nachrichten ohne Bezug. Drei Stichpunkte direkt nach dem Gespräch reichen, um dich gezielt zu melden.
Fehler 6: Sich nicht melden oder ungefragt Werbung schicken
Ohne Nachricht verläuft auch ein gutes Gespräch im Sand. Das andere Extrem schadet genauso: neue Kontakte ungefragt in den Newsletter aufnehmen. Schreib stattdessen eine persönliche Nachricht mit Bezug auf euer Gespräch.
Fazit
Ein Networking-Event lohnt sich, wenn du es als Ablauf in drei Phasen siehst. Vorher legst du Ziel und Wenn-dann-Pläne fest. Vor Ort führst du wenige, gute Gespräche, fragst nach und beendest sie freundlich. Danach sicherst du die Kontakte und meldest dich innerhalb weniger Tage.
Zwei Befunde aus der Forschung helfen dabei: Selbst wer ausdrücklich neue Leute treffen will, landet auffällig oft bei Bekannten. Und dein Gegenüber mag dich nach einem Gespräch wahrscheinlich mehr, als du denkst. Nimm die Checkliste zu deinem nächsten Networking-Event mit und such dir eine Sache aus, die du dieses Mal anders machst.
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Quellen und weiterführende Belege:
- Ingram, P. & Morris, M. W. (2007): Do People Mix at Mixers? Structure, Homophily, and the „Life of the Party“. Administrative Science Quarterly, 52(4), 558–585.
- Gollwitzer, P. M. (1999): Implementation intentions: Strong effects of simple plans. American Psychologist, 54(7), 493–503.
- Boothby, E. J., Cooney, G., Sandstrom, G. M. & Clark, M. S. (2018): The Liking Gap in Conversations: Do People Like Us More Than We Think? Psychological Science, 29(11), 1742–1756.
- Huang, K., Yeomans, M., Brooks, A. W., Minson, J. & Gino, F. (2017): It doesn’t hurt to ask: Question-asking increases liking. Journal of Personality and Social Psychology, 113(3), 430–452. Dazu die Korrektur von 2025 nach einem unabhängigen Audit, das alle Schlussfolgerungen bestätigte.
- Mastroianni, A. M., Gilbert, D. T., Cooney, G. & Wilson, T. D. (2021): Do conversations end when people want them to? Proceedings of the National Academy of Sciences, 118(10), e2011809118.
- § 7 UWG: Unzumutbare Belästigungen (gesetze-im-internet.de)
Zuletzt aktualisiert: September 2026
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